
Adresse:
Bolland & Marotz
Hanseatisches Auktionshaus Bremen
Fedelhören 19
28203 Bremen
Telefon (0421) 32 82 82
Telefax (0421) 32 85 43
info@bolland-marotz.de
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag
09:30-13:00 Uhr
14:00-17:30 Uhr
Nachbericht zur 154. Auktionshaus bei Bolland & Marotz am 13. April 2013
Die erste Auktion in diesem Jahr zeichnet sich durch eine enorme Zahl an Bietgefechten – sowohl im Saal
als auch über das Telefon- aus. So wurde beispielsweise die Silberabteilung fast ausnahmslos komplett
zugeschlagen, und dies mit teilweise enormen Steigerungen. Besonderen Anklang fand die Sammlung
von barockem Silber, wie z. B. der Augsburger Becher mit Niellodekor, welcher von 150 € auf 1.200 €
gesteigert wurde (Lot 524). Der Kugelfussbecher, ebenfalls Augsburg um 1686, gefertigt von Meister
Joh. Wagner, wurde in einem spannenden Bietgefecht von 2.000 € auf 6.500 € gesteigert (Lot 554).
Auch bei den Gemälden wurde zahlreich zugeschlagen. Otto Modersohns großformatiges Gemäldeaus
dem Jahr 1898„Dämmerung“gibt ein beeindruckendes Zeugnis davon ab, wie sich der Maler ganz dem
Natureindruck verschreibt. Von seinen Studien vor der Natur ausgehend, erarbeitet Modersohn
atmosphärisch-dichte Stimmungsbilder und findet mit seinen poetischen Werken, die kurz vor der
Jahrhundertwende entstehen, als Künstler Anerkennung. Bei einem Limit von 20.000 € konnte sich
letztlich ein Bieter durchsetzen und erhielt den Zuschlag bei 56.000 € (Lot 1002).Ein Spätwerk
Modersohns,
das nur zwei Jahre vor seinem Tod entstanden ist, entfaltet ebenfalls eine besondere
Stimmung. Er fängt in
dem in Öl auf Leinwand gemalten Bild „Früher Morgen“ die beinah melancholische
Stimmung eines einsamen Gehöftes ein, das, umgeben von überschwemmten Wiesen, fernab des dörflichen
Lebens steht. Der Himmel
wirft ein vorfrühlingshaft kaltes Licht über die Szenerie, das wiederum durch
eine warme Palette von Grün-
und Brauntönen harmonisiert wird. Farben, Formen und Pinselstriche sind
zu einer Einheit verschmolzen,
die der Künstler zu einem "Empfindungsraum" entwickelt
(Lot 1004, Limit 15.000 €, Zuschlag 19.000 €).
Der „Sandweg mit Birken“, von Modersohn 1941 auf
Leinwand festgehalten, erzielte bei einem Limit
von 15.000 € einen Zuschlag von 20.000 €.
Johann Kupezkys Bildnis von Johann Georg II, Fürst von Anhalt-Dessau, zeigt den Portraitierten in
herausfordernder, kriegerischer Haltung. Das in hoher Qualität gemalte und aus dem Besitz von Anhalt
stammende Bild erhielt den Zuschlag bei 10.000 € (Lot 1304, Limit 3.000 €).
Fred Thielers „Informelles Triptychon“, 1964 in Mischtechnik mit Collage auf Leinwand gebracht, stammt
direkt aus dem Nachlass des Künstlers. Das dreiteilige Werk ist ein bedeutendes Beispiel der von Thieler
neu entwickelten Gestaltungsweise, bei der er Farbe auf die am Boden liegende Leinwand gießt und mittels
Collage und De-Collage das Bild eher zufällig entstehen lässt. Der Zuschlag erging bei 34.000 € (Lot 1509,
Limit 20.000 €).
Auch in den anderen Abteilungen war das Interesse groß, so wurden die Zinnobjekte sehr gut angenommen
und fast vollständig zugeschlagen. Auch die Fayencen fanden großen Absatz, wie z.B. eine Thüringer
Tüllenkanne, Bürgel 18. Jh., bei welcher der graue Scherben mit Kobaltsmalte angegossen ist. Der Deckel
ist mit eingelegten Münzen gestaltet (Lot 875, Limit 500 €, Zuschlag 6.600 €). Ein Braunschweiger
Tabakstopf, um 1820, aus der Manufaktur Ludwig Kraegelius, aus Zinkguss mit polychromer Lackmalerei,
trägt als Deckelbekrönung einen vollplastisch dargestellten sich putzenden Jagdhund. Bei einem Limit
von 3.500 € wurde der Zuschlag bei 7.000 € erteilt (Lot 301).
Ein Putto mit Totenkopf als Memento Mori in qualitätvoller Arbeit vollplastisch aus Elfenbein geschnitzt
und aus der 2. Hälfte des 17. Jh., wurde ebenfalls umkämpft und konnte letztlich bei 6.600 € zugeschlagen
werden (Lot 424, Limit 1.500 €).
Das Angebot an Barockmöbeln wurde mit Interesse angenommen, aber auch spätere Möbel konnten gut
zugeschlagen werden. Das Paar Louis XV- Kommoden, Frankreich, mit Palisander-, Rosenholz- und Edelholzintarsien sowie Marmorplatten, wechselte für 7.500 € den Besitzer (Lot 1614, Limit 2.800 €).